XV.
Alexander VI. ist außer sich vor Glück. Er hat das höchste Spiel mit dem höchsten Einsatz gewonnen.
Wir sind im Anmarsch, wir Borgia. Im Anmarsch, Gott, zu Deinem Thron. Wir haben die erste Sprosse der Jakobsleiter schon betreten.
Nun geht es aufwärts, unaufhaltsam aufwärts, durch Wolken und Winde, Gewitter und Hagel, Blitz und Sterne hindurch:
bis zu Dir, denn Du bist der Vater im Himmel,
und der Vater der Borgia.
Wenn wieder ein Gottessohn auf die Erde steigen wird, die Menschheit zu erlösen, so wird es ein Borgia sein.
Rom machte Cäsar groß, aber nun hebt Alexander kühn zum Gipfel empor, Mensch jener
-- dieser ein Gott.
So jubelte und lästerte der Papst.
Ich werde Juan zum weltlichen Herrscher Italiens machen. Cesare soll bald den Kardinalshut bekommen und mir einmal als Papst nachfolgen. Ich will den päpstlichen Thron erblich machen. Er soll in alle Zukunft den Borgia gehören. Cesare muß der dritte Borgiapapst werden.
Füttere Tauben, Kindchen, sagte er zu Lukrezia, die neben ihm auf dem Balkon des Vatikans stand und hinunter auf den Petersplatz sah, wo ein Hund eine Hündin, die sich eben geliebt hatten, nicht auseinander kamen und sich schon zu hassen begannen --, füttere Tauben! Die Taube ist der maystische Vogel der heiligen Dreifaltigkeit! Wir müssen ihm was zu picken geben.
[…]
(aus: Borgia)
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